Die "Öko-AG"
Wie bekannt ist, haben wir an unserer Schule eine AG zur Pflege und Weiterentwicklung unseres Grünen Klassenzimmers,
dessen Zustand leider keinen Anlass zur Freude bietet.
Das Grüne Klassenzimmer ist ein Raum für Naturwissenschaftlichen Unterricht sein, der Teich und die breite Flora und Fauna, die
Trockenmauer für Reptilien, die "Bienenhotels" laden zu verschiedenen Untersuchungen und Beobachtungen ein-soweit die Theorie.
Die Praxis sieht traurigerweise ganz anders aus: Der Teich steht kurz davor umzukippen, die Trocknmauer an dem ursprünglichen
Biotop steht längst nicht mehr daneben, sondern darin und die Bienhotels sind auch schon vor Ewigkeiten abgerissen und als Sitz-
gelegenheit missbraucht worden.
Den im Jahr 2001 angelegte Tonteich hat es wirklich schlimm erwischt, wie gesagt, wird er über kurz oder lang umkippen, wenn nichts
unternommen wird. Biologisch umkippen bedeutet, dass das Gewässer durch die Einleitung von Schadstoffen überdüngt wird (Eutro-
phierung). Dadurch vermehren sich schlagartig die Wasserpflanzen. Wenn diese absterben, verbrauchen sie mehr Sauerstoff, als im
Wasser vorhanden ist. Folge dieses Sauerstoffmangels ist, dass jedes Leben im Gewässer erlischt.
Grund für dieses biologische Drama sind Reste scheinbarer "Teichparties" aus dem Sommer, da kommt einiges zusammen, was
die "Öko-AG" mittlerweile wieder aus dem Teich gefischt hat: Einweggrills, Würstchen mit und ohne Verpackung, Plastik- und Glas-
flaschen, usw.
Außerdem mussten wir wenigstens einen Großteil der Algen, die sich rasant ausgebreitet haben, aus dem, bis dato fast schwarzen
Gewässer nehmen. Jedes mal, wenn ein ein Stück dieser Algenmatte hochgenommen wurde, stiegen Faulgase auf, erkennbar an
den vielen Luft-bzw. Gasblasen.
Hinzu kommt, dass die komplette Trockenmauer, die einmal für Eidechsen u.ä. errichtet worden war, im eigentlichen Biotop lag.
Sie wurde von einem unserer Mitglieder, der eine Wathose besitzt und so in den Teich steigen konnte, in Tastarbeit wieder heraus-
befördert.
Nachdem also das gröbste entfernt war, klärte sich auch das Wasser ein wenig, doch auch die etwas freiere Sicht ist weiterhin
alarmierend! Es ist nicht auzuschließen, dass die Steine ein Loch in den Ton gerissen haben, welches durch die Entfernung
der Brocken erst richtig geöffnet wurde. Ab einem bestimmten Stand, fiel der Wasserpegel nicht mehr, was bedeuten würde,
dass das Wasser unter das Loch gefallen war. Gefunden haben wir alerdings bisher keines, allerdings ist der Teich nach den hef-
tigen Schnee- und Regenfällen randvoll, das vermeindliche Loch muss sich also wieder geschlossen haben, vielleicht durch Pflanzen-
material o.ä.
Auch das Problem mit den Goldfischen ist noch nicht gelöst. Diese Fische kommen natürlicherweise nicht in Teichen vor, sie müssen
von Menschenhand hineingesetzt worden sein. Sie sind vielleicht schön anzusehen, doch sie zerstören das Gleichgewicht im Biotop,
da sie einen beträchtlichen Teil an Pflanzen und vor allem Froschlaich, Larven und Kleinstlebewesen, die Abgestorbenes zersetzen, fressen.
Neben ein paar Hundert Goldfischen gibt es zwar auch ein paar Rotfedern und Stichlinge, die aber durchaus normal sind, sie können
zum beispiel als Laich im Gefieder von Enten, die im Teich gelandet sind, dorthin gekommen sein, sie vermehren sich auch nicht so
maßlos und stellen damit kein Problem dar. Aber: Was soll man gegen die Goldfische machen? Jegliche Versuch, sie aus dem Bio-
top zu keschern, scheiterte an ihrer Schnelligkeit.
Um die Trockenlegung des Teiches, der mit knapp Acht Jahren noch ziemlich jung ist, wird man wohl nicht herumkommen.
Das stellt wiederum ein Problem dar, weil der Boden des Teiches wie mehrfach erwähnt, keine Folie, sondern eine Tonschicht ist,
deshalb darf er auf keinen Fall austrocknen, denn was passiert mit Ton, wenn er austrocknet?-Richtig, er springt und reißt auf.
Um das zu verhindern, müsste die Aktion stattfinden, wenn es regnet, oder das Wasser müsste sofprt wieder aufgefüllt werden,
was nahezu unmöglich ist. Man wird die Pflanzenmatte, die den ganzen Boden bedeckt, und die Fische heraussammeln müssen.
Außerdem rechnen wir damit noch auf einige Libellenlarven zu stoßen.
Das Grüne Klassenzimmer hat natürlich auch noch andere Seiten. Wir, die wir nur noch kümmerlich drei Mitglieder sind
(mit Herrn Plewka sogar vier), waren das letzten mal im Stefansbachtal, im Grünen Klassenzimmer und auf dem Schulhof
auf der Suche nach Flechten und Pilzen. Mit Erfolg: In unserem Schulumfeld gibt es zum Beispiel die Arten
Cladonia pyxidata (Foto einfügen), und Xanthoria-Arten (Foto einfügen). Xanthoria-Arten sind gelb, denn Xanthos
heißt Gelb.
Die Xanthoria elegans (Foto einfügen), ist mehr orange, doch sie ist bemerkenswert. Sie ist winzig klein und nur auf Waschbeton
zu finden, zum Beispiel auf dem Schulhof, auf den Sitzgelegenheiten am Rondell. Damit ist sie eine edemische Art (eine Art, die
nur an einem bestimmten Ort vorkommt).
Wir haben ein wenig Flechtenmaterial gesammelt und uns unter der Stereolupe angesehen. Diese Sichtweise ist wirklich interessant,
die Cladonia siht zum Beispiel aus, als sei ihre Oberfläche von noch kleineren Flechten besiedelt, was allerdings nicht stimmt, ihre
Oberfläche ist einfach seh rau. Ihre "Trichter" sind übrigens zum Austoßen und zur Verbreitung von Sporen da, sie ermöglichen ihr
ein weites Verbreitungsfeld.
Unsere Aufmerksamkeit teilten sich die Flechten mit einem Pilz auf dem Stamm einer Weide, den man gut als "Glibberpilz" bezeichnen
könnte. Sein richtiger Name lautet "Goldgelber Zitterling" (Tremella mesenterica). Den Namen verdankt er zum einen seiner Färbung
und zum anderen seiner Konsistenz, die nämlich ein wenig glibbrig ist. Der ganze Pilz zittert, wenn er erschüttet wird.
Ihr seht, es lohnt sich bei der "Öko-AG" mitzumischen, wenn ihr naturwissenschaftlich interessiert seid und das Grüne
Klassenzimmer wieder zu einem Ort machen wollt, in dem man erstklassigen Unterrischt abhalten kann!
Wir freuen uns über jedes neue Mitglied, das uns bei unseren Beobachtungen und unserer Arbeit hilft!
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