Britta Dienstbier

Weichtiere (Mollusca)

1) Allgemeines:
~ Weichtiere bilden mit ca. 130000 Arten den zweitgrößten Tierstamm
~ der Großteil der Mollusken lebt in Meeren, eine geringe Zahl lebt im Süßwasser
~ nur wenige Weichtiere, einige Schneckenarten, leben an Land
~ der Stamm der Mollusken wird in zwei Unterstämme unterteilt:
  ~ Aculifera (= Amphineura) oder Stachel-Weichtiere
  ~ Conchifera oder Schalen-Weichtiere
~ die Größe der Weichtiere reicht von wenigen Millimetern bis an die 30 Meter
2) Typische Merkmale:
~ eine äußere, starre Kalkschale auf der Rückenseite der Tiere
~ Radula, eine im Vorderdarm sitzende Schabeplatte, die es gestattet die Nahrung zu zukleinern
~ am Körper lassen sich äußerlich Kopf, Fuß und ein Eingeweidesack unterscheiden
~ der Eingeweidesack scheidet durch seine Bedeckung, der Mantel, die charakteristische Molluskenschale ab
3) I. Bivalvia - Klasse Muscheln:
  ~ ca. 20000 Arten davon ca. 400 Arten im Mittelmeerraum
  Biologie:
  ~ seitlich zusammengedrückter Weichkörper, der von einer zweiteiligen Schale umgeben ist, die mit 1 oder 2 Schließmuskeln fest verschlossen werden kann
  ~ netzartige Kiemen => Planktonfiltrierer
  ~ getrenntgeschlechtliche Tiere
  ~ Ei- und Samenzellen werden ins Wasser gegeben, wo die Befruchtung stattfindet
  Lebensraum:
  ~ auf Weich-, Hart-, Sediment- oder Sandböden
  ~ eingegraben, mit Byssusfäden verankert oder mit einer Schalenhälfte festgewachsen
  Natürliche Feinde:
  ~ größere Seesterne, räuberische Schnecken, Fische, Küstenvögel
  II. Gastropoda - Klasse Schnecken:
  ~ Gehäuse- und Nacktschnecken
  ~ ca 110000 (5000) Arten, davon ca. 1200 (110) Arten im Mittelmeerraum
  Biologie:
  ~ einteilige Schale, oftmals aufgerollt, das sogenannte Schneckenhaus
  ~ Fuß: kraäftige, muskulöse Kriechsohle, z.T. zu "Schwimmflossen" umgebildet
  ~ bei Gefahr können sich die meisten Schnecken fast vollständig in ihr Haus zurückziehen und teilweise können sie dieses noch mit einem Deckel verschließen
  Nacktschnecken:
  - larvales Gehäuse wird während der Entwicklung reduziert
  - chem. oder biologische Verteidigungswaffen (Farbpracht = Warnsignal)
  - Nahrungsspezialisten
  - Pflanzenfreser, Aasfresser, räuberische Fleischfresser, Planktonstrudler
  - getrenntgeschlechtlich oder zwittrig
  Ei- und Samenzellen werden ins Wasser gegeben, wo die Befruchtung stattfindet; penistragende Arten => innere Befruchtung
  Lebensraum:
  ~ auf Weich-, Hart-, Schlick-, Sand- oder Felsböden, auf/unter Steinen, auf Korallen, Schwämmen oder Bryozoakolonien, in Seegraswiesen
  Natürliche Feinde:
  ~ viele Fischarten, Seesterne, Krebse, große Borstenwürmer, räuberische Schnecken, Küstenvögel
  III. Cephalopoda - Klasse Kopffüßer:
  ~ ca. 760 Arten, davon ca. 53 im Mittelmeerraum
  ~ drei Unterordnungen:
    ~ 10-armige Kalmare (einige cm bis 30 m)
    ~ 10-armige Sepien (1 cm bis 35 cm)
    ~ 8-armige Kraken (bis ca. 5 m)
  Biologie:
  ~ Linsenaugen, können Farben und Formen unterscheiden
  ~ "richtiges" Gehirn
  ~ "Rückstoßschwimmer"
  ~ bei Gefahr stoßen sie eine "Tintenwolke" aus und schwimmen blitzschnell davon
  ~ Fleischfresser: Krebstiere, Muscheln, Fische, Garnelen, Krabben
  ~ getrenntgeschlechtlich => innere Befruchtung
  Lebensraum:
  ~ in Bodennähe, Kalmare auch im Freiwasser
  ~ auf Fels-, Sand- oder schlammigen Böden
  Natürliche Feinde:
  ~ Muränen, Conger-Aale, Wale
  IV. Polyplacophora - Klasse Käferschnecken
  ~ ca. 1000 Arten
  Biologie:
  ~ kalkhaltige Rückenschale besteht aus acht beweglichen Teilen, die durch Muskeln gelenkig miteinander verbunden sind
  ~ die Schale ist von einem sogenannten Gürtel, dem Perinotum, umschlossen
  ~ besitzen wie die Gastropoden einen muskulösen Fuß mit einer breiten Kriechsohle
  ~ zwischen Fuß und Schale sind die Eingeweide eingebettet
  ~ Sinnesorgane und Nervensystem der Käferschnecken sind im Gegensatz zu den Kopffüßern relativ primitiv
  ~ Pflanzenfresser; ernähren sich von leicht erreichbaren Pflanzen
  Lebensraum:
  ~ Küstenzone der Meere, Flachwasser und Gezeitenzone
  ~ unter Steinen, auf felsigem Substrat
  ~ saugen sich am Untergrund fest




Bezug zu Elba:
Käferschnecke und Kopffüßer
Liste auf Elba heimischer Arten


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