Stephan Korthaus

Meereswürmer

Kennzeichen:
  - bilaterale Symmetrie (Symmetrieebenen durch den Körper eines Meereswurmes/beide Körperhälften sind gleich)
  - Urmund der Larve wird in der Regel zur Mundöffung des erwachsenen Tieres
  - Embryologische Entwicklung:
    primär: Mundbildung
    sekundär: durchbrechender After
  - Anatomisch gekennzeichnet durch paarige bauchseitige Hauptnerven (höhere Formen verfügen sogar über zentrales Nervensystem)

Fortpflanzung: Die Meereswürmer sind meistens Zwitter und können sich teilweise auch selbst befruchten. Penis wird entweder in die weibliche Geschlechtsöffnung eingeführt oder in irgendeine Körperstelle des Partners eingestoßen, so dass das Sperma sich selbst den Weg zu den Eiern suchen muss.

Errantier:
  - frei bewegliche Meereswürmer
  - Beispiel: Strudelwurm
  - gleiten mit Hilfe von Wellenbewegungen durch das Wasser
  - Wellen werden von Hautmuskelschlauch erzeugt
  - ernähren sich von Fleisch
  - die Beute kann genauso groß wie der Wurm selbst sein, Beute wird umstrudelt und dann mit der Pharynx gegessen (Abb. 1), indem der Wurm das Opfer mit der Pharynxspitze durchbohrt und es dann mit der Pharynx aussaugt

Sedentarier:
  - Sesshafte Meereswürmer, die ihr ganzes Leben die Selle an der sie sitzen nicht verlassen
  - Beispiel: Filigraner Röhrenwurm
  - lebt selbst in Kalkröhre und ernährt sich von den Tentakeln, die ausserhalb der Röhre Nahrungspartikel aufnehmen (Filtrierer)

Filtrierer:
  - Beispiel: Serpula vermicularis (Größe bis 7 cm, Durchmesser der Tentakel etwa 4 cm)
  - Röhrenwurm lebt in Kalkröhre, ausserhalb liegt die Tentakelkrone
  - Tentakel mit zweirehigem Besatz bewimperter Fliedern
  - Kleine Organismen haften an den Wimpern und werden durch Strömungsbewegungen in Richtung Mund transportiert, kann die Tentakel jedoch auch einziehen

Leimrutenfänger:
  - Beispiel: Eupolymnia nebulosa (Größe etwa 30 cm, Länge der Leimruten bis 25 cm)
  - Röhrenwurm, dessen Röhre völlig im Substrat vergraben ist
  - ausserhalb der Röhre liegen die Kopftentakel oder Leimruten (fadendünn)
  - Leimruten sind mit Lein überzogen, so dass Plankton oder ähnliche Nahrungsteilchen daran haften
  - Leimruten können eingezogen werden; er erfolgt Nahrungsaufnahme

Abbildung 1: Errantier umschlingt Opfer



Bezug zu Elba:
Kalkröhrenwurm, Eupolymnis nebulosa und variabler Strudelwurm
Liste auf Elba heimischer Arten


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