2. Epiphyten:
Wörtlich übersetzt heißen sie "Überpflanzen". Es sind Aufsitzer,
also Pflanzen, die nicht auf anorganischen Stoffen, in der Regel auf dem Boden,
wachsen, sondern die sich auf lebenden oder auch abgestorbenen Wirtspflanzen
niedergelassen haben. Man tut den Epiphyten unrecht, wenn man sie als Schmarotzer
bezeichnet. Es sind eigenständige Pflanzen, die sich mit ihren Wurzeln lediglich
auf den Wirtspflanzen festhalten, ohne in sie einzudringen, solange diese leben.
Ihre Nahrung beziehen die Epiphyten aus den geringen Humusmengen, die sie entweder
zusammen mit pflanzlichen und tierischen Resten in Zisternen (a. 0) sammeln oder mit
ihren Wurzeln aufnehmen, wenn es den Stamm der Gastpflanze entlang nach unten fließt.
Auch durch Luftwurzeln, die ohne den Kontakt zum Boden sind, nehmen die Pflanzen aus
der Luft für sie lebenswichtige Stoffe auf.
Die Lebensweise der Epiphyten ist die letzte Überlebenschance gewesen. Als sie
auf dem Boden der tropischen Wälder mit den dichten, geschlossenen Baumkronen
nicht mehr genügent Licht bekamen, "stiegen" die Epiphyten dem Licht nach und
siedelten sich auf den Bäumen an.
Die bekanntesten Epiphyten:
1. Farne
2. Orchideen
3. Alle hängenden & kletternden Gewächse wie z.B. Efeu
4. Bromelien
5. Leuchterblume
Fortpflanzung und Ausbreitungsmechanismus:
Bromelien und Orchideen werden fremdbestäubt, zum Beispiel durch Fledermäuse,
Bienen und Vögel; durch staubgroße Samenkörner, die vom Wind
verbreitet werden (z.B.: Farne); oder fleischige Früchte mit kleinen Samen, die
zoochor (a. 1) verbreitet werden.
Annotation:(a. 0) 'Zisterne' - zu den Epiphyten gehörige Pflanze, die
Regenwasser nicht aus dem Boden aufnimmt, sondern in ihren trichterförmig
zusammengeschlossenen Blättern; (a. 1) 'zoochor' - Verbreitung der Samen durch
Tiere
3. Epizoen:
In Symbiose lebende Tiere nennt man auch Epizoen. Sie verbringen ihr ganzes Leben
oder zumindest einen großen Teil davon auf einem meist ortsbeweglichem
Träger. Der Symphorismus (a. 2) kann fakultativ (a. 3) [die Art siedelt nicht
nur auf Trägern] oder obligat (a. 4) [die Art siedelt nur auf anderen Tieren]
sein. Die Vergesellschaftung kann lose (Karpose) oder sehr eng sein (Symbiose). Bei
den Karposen unterscheidet man nach Matthes (1978) Parökie (a. 5) [eine Art
hält sich in unmittelbarer Nähe einer anderen auf, ohne deren Wohnung zu
teilen], Synökie (a. 6) [Aufenthalt in der Wohnung eines anderen Tieres bei
dessen Anwesenheit], Phoresie (a. 7) [aktive Benutzung eines anderen Tieres für
vorübergehenden Transport], Symphorismus (a. 2) [dauerndes Siedeln auf der
Oberfläche eines anderen Tieres, unabhänig von dessen Aktivität] und
Entökie (a. 8) [Aufenthalt in nach außen offenen Körperhöhlen
anderer Tiere].
Die bekanntesten Epizoen:
1.
Bryozoa (Moostierchen)
2.
Cancer (Krebse)
3.
Cnidaria (Nesseltiere)
4.
Mollusca (Muscheln)
5.
Porifera (Schwämme)
Annotation:(a. 2) 'Symphorismus' - Zusammenleben von Tieren, bei dem eine
Tierart eine andere als ständigen Transporteur benutzt, ohne diesen zu
schädigen; (a. 3) 'fakultativ' - Tierart, die gelegentlich als Parasit auftritt;
(a. 4) 'obligat' - verbindlich, notwendig, unerläßlich; (a. 5) 'Parökie'
- Zusammenleben der Lebewesen ist parasitär; (a. 6) 'Synökie' - Zusammenleben
zweier Tierarten in einem Wohnraum, ohne daß eine die andere schädigt;
(a. 7) 'Phoresie' - Erscheinung, daß bestimmte Tiere bei ungünstigen
Lebensbedingungen andere als vorübergehende Transporttiere benutzen, ohne sie zu
schädigen: z.B. lassen sich Milben druch Mistkäfer befördern;
(a. 8) 'Entökie' - Zusammenleben der Lebenwesen erfolgt innerlich
Quellen, die für die Fertigstellung dieses Referats genutzt wurden:
- Internet
- Biologiebuch
- Brockhauslexikon
- Fotobände für die Zusammenstellung des Bildmaterials
- Krüger Atlas der Ozeane