Julia Thaler

Manteltiere (Tunicata)

Die Manteltiere bilden einen der drei Unterstämme der Gruppe der Chordatiere, zu denen noch die Schädellosen, sowie die Wirbeltiere gehören.

  Stamm: Chordata / Chordatiere (48600 Arten)
  Unterstamm: Tunicata / Manteltiere (2100 Arten)
  1. Klasse: Appendiculariae / Copelata (60 Arten)
  2. Klasse: Thaliaceae / Salpen (40 Arten)
  3. Klasse: Ascidiaceae / Seescheiden (2000 Arten)

Die Manteltiere gehören zu der Gruppe der Chordatiere, da sie alle ein inneres axiales* Skelett besitzen, aufbauend auf der Chorda dorsalis (Rückenseite), einem elastischem ungegliederten, zelligen Stützstab (dieser entwickelt sich bei höheren Formen zur Wirbelsäule).

Kennzeichen der Manteltiere:
Körper nicht unterteilt, in Rumpf und Schwanz gegliedert. Der Schwanz verschwindet meist während der Entwicklung. Die Epidermis sonder eine (aus Tunicin bestehende) Hülle ab, den Mantel. Die Chorda beschränkt sich auf den Schwanz und verliert sich mit diesem. Das Zentralnervensystem liegt dorsal (rückseits) über Chorda und Darm, und ist gewöhnlich auf ein Ganglion* rückgebildet. Der Darm beschreibt eine Schleife. Die Manteltiere nehmen ihre Nahrung durch filtrieren des Meerwassers auf, und deswegen ist ein vorderer Teil des Darm und die ihm umgebende Körperwand von Spalten (Kiemenspalten) durchbrochen, durch die das durch den "Mund" aufgenommene Wasser wieder ausströmt. Herz meist sackförmig. Gefäßsystem in der Regel durch Blutkanülen (blutgefüllte Hohlräume in den Gefäßen) vertreten. Exkretionsorgane* fehlen, oder sind als Speichernieren entwickelt. Fast stets Zwitter. Zudem ist ungeschlechtliche Vermehrung (Knospung) sehr verbreitet. Zum Teil leben sie festsitzend und alle marin*.

Klasse der Seescheiden:
Kennzeichen:
  Erwachsene stets festsitzende, knollen-, krusten- oder traubenförmige Tunicata. Sie haben dicke, gallertige, knorpelige oder lederige Umhüllungen (Mäntel). Sie treten einzeln, in Gruppen oder in einheitlichen Kolonien auf. Chorda ist nur bei Larven vorhanden. Färbung sehr unterschiedlich. Größe von 1 mm - 10 cm.
Umfang:
  Im Mittelmeer sind 11 Familien, 39 Gattungen und 100 bekannte Arten gezählt worden.
Vorkommen:
  Auf allen Hartböden, auf Schiff- und Seetonnenböden, auf Strünken* von Seegräsern und größeren Algen, in Sedimentgebieten* auf Corallinen, und Muscheln. Sonst sind sie noch in tieferen Gegegenden der Meere vertreten.
Biologie:
  Lebensdauer meist nicht mehr als 1 Jahr. Sie sind Zwitter. Ungeschlechtliche Vermehrung durch komplizierte Knospenbildung. Sexuell durch Entleerung der Geschlechtsprodukte durch oder in den Peribranchalraum* (gelegentlich wird dieser auch als Brutraum genutzt).
Entwicklung:
  Geschwänzte Larven setzen sich nach kurzer Zeit (Stunden oder Tage) fest. Metamorphose* in wenigen Tagen. Geschlechtsreifung nach wenigen Tagen.

Begriffserklärungen:
axiales* = Körperachsen
Ganglion* = Knoten aus Nerven
Exkretionsorgan* = Ausscheidungsorgan
marin* = im Wasser lebend
Strünke* = Büschel (Ansatz)
Sedimentgebiete* = Ablagerungen / Untergrund
Peribranchalraum* = Raum hinter Kiemenspalten
Metamorphose* = Umwandlung

Quellen
1. Kükenthal's Leitfaden für das Zoologische Praktikum (M. Renner)
2. Fauna und Flora des Mittelmeers (Rupert Riedl)

Bilder
a. Larvenstadium
b. Umwandlungsstadium
c. Adultstadium





Bezug zu Elba:
Seescheide und Salpen
Liste auf Elba heimischer Arten


vorheriges Referat:
Moostierchen (Bryozoa)
zurück zur
Übersicht
nächstes Referat:
Carbonat-Bicarbonat-Gleichgewicht