EINLEITUNG
Wie alle Lebewesen dieser Erde entstammt auch der Mensch dem Meer und er
fühlt sich immer wieder hingezogen zu dem Element, das seine
allerfrühesten Vorfahren hervorgebracht hat. Jedoch ist die Freude, die wir
Menschen beim Umgang mit dem Meer erleben immer unweigerlich verbunden mit
Furcht. Furcht vor dem Unbekannten.
Der Verfasser des allseits bekannten Buches "Moby Dick" Herman Melville hat das
Gefühl das wir Menschen beim Umgang mit dem Meer haben sehr treffend
formuliert. Zitat: "Ein unbegreiflich holdes Geheimnis umgibt das Meer, dessen
sanft bedrohliche Bewegung auf eine tief unten verborgene Seele hinzudeuten
scheint" Zitat Ende.
Es verbirgt sich so vieles im Meer, daß man erst einen winzigen Teil davon
bisher erforscht hat. Gewiß ist, daß etwa fünf sechstel aller
Organismen auf unserem Planeten in der hellen oberen Meeresschicht ( bis ca.
200 m tiefe) existieren.
Die Wassertiere, welche dem Menschen gefährlich werden können lassen
sich in vier Gruppen unterteilen:
Beißende Tiere, allen voran die berüchtigten Haie; stechende oder
nesselnde Tier, die ihren Opfern ein mehr oder weniger starkes Gift einspritzen;
gifthaltige Tiere, deren Verzehr Schmerzen oder gar den Tod bewirkt; elektrische
Tiere, die ihre Oper mit selbsterzeugtem Stromstößen lähmen oder
töten.
In der Größe unterscheiden sich die Tiere beträchtlich, vom
12 cm langen blaugestreiften Zwergkraken bis zum
20 m
großen Riesentintenfisch.
Die Bandbreite der Gefährlichkeit ist ebenso groß. Eine der giftigsten
Tiere überhaupt ist die Seewespe oder Feuerqualle, eine kleine tropische
Medusenart, die bei Menschen innerhalb einer Minute den Tod herbeiführen
kann, wenn er nur leicht mit ihr in Berührung kommt. Unter den gifthaltigen
Tieren ist der Kugelfisch wahrscheinlich der gefährlichste. Das Verspeisen
bestimmter Teile seines Fleisches ist für den Menschen sofort tödlich.
Die Liste der gefährlichen Meeresbewohner ist so lang und bunt, und
betreffende Tiere kommen in so vertrauten und reizvollen Lebensräumen vor,
daß man den Entschluß fassen könnte, nie wieder ins Meer zu
steigen oder etwas aus dem Meer zu essen.
Eine Beruhigung ist daher die Gewissheit, daß abgesehen von einigen
Haifischarten kein Meerestier einen Menschen angreift solange es nicht gereizt
wird, und keines hat eine besondere Vorliebe für Menschenfleisch.
HAIE
Der Hai ist das gefürchtetste und verhaßteste Tier von allen Lebewesen
im Meer.
Schon Aristoteles (384-322 v. Chr.) befaßte sich mit diesem
urtümlichen Raubfisch. Er machte schon genaue Angaben zum Verhalten und zur
Anatomie des Hais.
Die Haie haben vor etwa 100 Millionen Jahren ihre heutige Gestalt angenommen.
Wenn man einen modernen Hai beobachtet, blickt man durch den Korridor der
Evolution in eine sehr ferne Vergangenheit. Ein berühmter Meeresforscher,
Jaques-Yves Cousteau hat einmal gesagt: "Den Abgrund der Zeiten hat der
erbarmungslose, unzerstörbare Hai überwunden ohne das Bedürfnis,
sich weiterzuentwickeln. - Er ist der älteste Killer, der von Anfang an
gerüstet war für den Kampf ums Dasein."
Der Hai ist hervorragend angepaßt an seinen Daseinszweck, der im Angreifen
und Fressen besteht.
Es ist vor allem die ungewöhnliche Bezahnung, die den
Hai von den meisten anderen Raubtieren unterscheidet. Die Zähne sind nicht
im Gebiß durch Wurzeln verankert, sondern sind im Zahnfleisch eingebettet
und bilden vier bis sechs, bei manchen Arten sogar zwanzig Reihen aus
rasiermesserscharfen Zähnen. Die Zähne wandern ständig nach vorn,
während sie an Größe zunehmen. Im Ruhezustand ist nur die erste
Zahnreihe voll aufgerichtet. Die übrigen Zähne liegen flach unter der
Haut. Werden aber bei einem Angriff ebenfalls aufgestellt. Man nimmt an,
daß die Haie die ersten Tiere waren, die sich ein Gebiß zulegten. Sie
fallen aus, sobald sie abgenutzt sind und werden durch die nachrückenden
Zähne ersetzt. Man schätzt, daß ein Tiegerhai in einem Zeitraum
von 10 Jahren bis zu 24000 Zähne hervorbringt, abnutzt und verliert. Man
bezeichnet den Hai auch als eine einzige Zahnfabrik. Diese Bezeichnung ist sehr
angemessen für dieses Tier welches den schlechten Ruf vor allem seiner
Beißlust verdankt.
Haie verschlingen alles, was in ihre Reichweite kommt, Delphine,
Schildkröten, Seelöwen, Vögel usw..
Sie haben keine natürlichen Feinde. Schwertwale und Schwertfische greifen
zwar manchmal einen Hai an, aber in der Regel stirbt ein alternder Hai daran,
daß er von anderen Haien gefressen wird.
Ein weiterer Punkt ist, daß der Hai ein Skelett aus Knorpeln hat und ihnen
eine Schwimmblase fehlt. Sie müssen also ständig in Bewegung bleiben um
nicht zu sinken. Deshalb wird allgemein angenommen, daß Haie nicht
schlafen, obwohl Meeresbiologen entdeckt haben, daß sie gerne in
Unterwasserhöhlen "dösen".
Die Eigenschaft, die dem Hai eine Überlegenheit über die Knorpelfische
verschafft ist sein Paarungsverhalten. Während die meisten Fische Eier und
Samen einfach ins Wasser ausscheiden, findet bei den Haien eine Paarung statt.
Die befruchteten Keimlinge werden vom Weibchen ausgetragen. (ca. 1 - 100). Manche
Haiarten legen Eier, andere bringen lebende Jungen zur Welt.
Haie haben hochempfindliche Sinneswerkzeuge, mit denen sie ihre Beute
aufspüren.
Die Erschütterungen, die von einem
200 m entfernten Tier
ausgehen, werden von den Nervenenden an der Seite des Haikörpers
aufgenommen. Dies ist die sogenannte Seitenlinie, welche die registrierten
Erschütterungen ans Gehirn weiterleitet.
Sein feinster Sinn jedoch ist sein Geruchssinn. Er vermag
1 Liter
Blut in
1000000 (1 Mio) Liter Wasser zu erschnuppern.
Die Körperlänge der rund 250 Haiarten schwankt zwischen
15 cm
und
20 m.
Von diesen 250 Haiarten sind 39 im "International Sharck Attack File" registriert,
die nachweislich Menschen angegriffen haben. Am häufigsten erscheinen in der
Kategorie der Menschenfresser:
- großer Weißer Hai
- Tiegerhai
- Makohai
- Blauhai
- Hammerhai
- Zitronenhai
- Weißspitzenhai
- Schwarzspitzenhai
- Sandhai
Von allen Menschenfressern ist der Weiße Hai zu Recht als der
gefährlichste berüchtigt. Er ist der kraftvollste und
gefräßigste und hat dem "Sharck Attack File" zu Folge am meisten
Menschen angegriffen.
=> Bezug zur Biologie-Fahrt nach Elba
Folgende Haie leben im Mittelmeerraum:
-
Heringshai
Der Heringshai ist potentiell ebenso gefährlich wie der weiße
Hai. Sie werden etwa 4 m lang und leben im offenen
Gewässer des Mittelmeers, des Nordatlantiks und der Nord- und Ostsee.
-
Grundhai
Der Grundhai schwimmt im seichten Küstenwasser und ernährt sich
hauptsächlich von Aas. Sie werden etwa 3 m lang und bis
zu 200 Kg schwer.
ROCHEN UND SÄGEFISCHE
Die zweite große Unterabteilung der Knorpelfische bildet die weitverzweigte
Sippschaft der Rochen, wozu auch die Sägefische zählen.
Obwohl keine der rund 350 Arten von sich aus Menschen angreift, verursachen die
Rochen mehr Verletzungen als alle anderen Fische zusammen. Am gefährlichsten
sind die giftigen Stech- oder Stachelrochen.
Sie haben eine rundliche bis trapezförmige Gestalt und haben eine Spannweite
von 15 und
210 cm.
Sie besitzen einen Giftstachel, der sich auf der Schwanzoberseite befindet. Wenn
diese Rochen sich Verteidigen müssen, richten sie ihren Stachel auf und
treiben ihn mit Hilfe des muskulösen Schwanzes in den Körper des
Widersachers. Die vielen scharfen Zähnchen am Stachel zerreißen das
Gewebe und fördert so die Ausbreitung des Giftes.
Sie wühlen sich im Schlamm des Meeresgrundes ein und sind dank ihrer guten
Tarnung kaum zu erkennen.
Die ungiftigen Echten Rochen sehen den Stachelrochen zum verwechseln ähnlich.
Sie sind jedoch kaum gefährlich für den Menschen. Sie greifen nur
selten Tiere an, die größer sind als eine Garnele. Der
größte und bei weitem am bedrohlichsten wirkende Rochen, der Manta
oder auch Teufelsrochen genannt, ist ganz und gar nicht aggressiv und die einzige
Gefahr für einen Menschen besteht darin, daß das Tier sich
zufällig auf ihn legen könnte oder ihn zu Tode erschreckt.
Der Manta hat eine Spannweite von
6-7 Metern und ein Gewicht von bis
zu
1600 Kg. Er hält sich meist dicht unter der
Meeresoberfläche auf und vollzieht gelegentlich gewaltige Luftsprünge,
die eine Höhe von über fünf Metern erreichen können, und mit
einem lauten Knall wieder auf das Wasser aufprallen. Dies ist eine spezielle
Form des Territorialverhaltens.
Die Kraft dieses Meerestieres ist gewaltig. Ein Teufelsrochen, welcher vier
Harpunen und ein halbes Dutzend Gewehrkugeln im Leib hatte, zog einmal ein
8 Meter langes Motorboot
10 Meilen weit durchs Meer.
Im Unterschied zu den meisten Fischen vollziehen fortpflanzungswillige Rochen
eine echte körperliche Vereinigung.
Der Sägefisch hat, wie schon der Name sagt, eine lang ausgezogene
sägeblattähnliche Schnauze, mit der er Beutefische erschlägt und
zerfetzt. Der Sägefisch ist jedoch nicht angriffslustig und stellt für
den Menschen keine echte Gefahr dar, es sei denn, daß man versehentlich auf
ihn darauf tritt.
=> Hinweis auf entsprechende Lebewesen im Mittelmeer
- gefleckter Rochen ( Raja undalata) bis
100 cm; geringe Tiefen bis
200 m
--Sägefische leben nicht im Mittelmeer
ELEKTRISCHE ROCHEN UND AALE
Wer im Meer schwimmt sollte sich stets bewußt sein, daß eine Vielzahl
von durchaus gefährlichen Lebewesen in diesem Wasser lebt. Viele kennen die
Gefahren, die von einem Hai, einem Stachelrochen, einem Barrakuda, einer
Muräne oder einer Qualle ausgehen. Aber nur die wenigsten denken an die
Möglichkeit, von einem Stromstoß, welcher ein Unterwasserlebewesen
gezielt aussendet, betäubt oder gar getötet zu werden.
Dies kann durchaus passieren, wenn sich ein Taucher oder Schnorchler zu nah an
einen elektrischen Rochen oder elektrischen Aal heranwagt.
Es gibt rund 250 Arten, die elektrische Ladungen abgeben können, um sich zu
verteidigen oder ihre Beute zu lähmen/töten oder sich zu
verständigen, aber nur bei Rochen und Aalen ist der Strom stark genug, einen
Menschen zu verletzen.
Der im Mittelmeer heimische Gefleckte Zitterrochen wird etwa
60 cm
lang und teilt Stromstöße von nur
50 Volt aus.
Dies wird vom Menschen als heftiges, schmerzhaftes Kribbeln wahrgenommen. Er lebt
im Flachwasser kommt aber auch häufig in tieferen Gewässern vor.
Der große Bruder des Gefleckten Zitterrochens, der Schwarze Zitterrochen
(Torpedo nobiliana) lebt ebenfalls im Mittelmeer. Er wird bis zu
2 m
lang und fast
100 Kg schwer. Dieser Rochen erzeugt Stromstärken
von über
200 Volt, die einen Menschen betäuben oder gar
töten können.
Sie erzeugen ihre Elektrizität durch ihre Muskeln, die zu elektrischen
Platten mit negativer Unterseite und positiver Oberseite umgestaltet sind. Von
dieser Stromerzeugungsanlage gehen Nervenstränge zum Gehirn, das den Befehl
zum Auslösen der elektrischen Ladung gibt.
Die Existenz dieser elektrischen Rochen ist schon seit Jahrtausenden bekannt.
Schon Aristoteles untersuchte sie.
Elektrische Aale erzeugen ihren Strom auf die gleiche Weise. Jedoch nutzen sie
mehr als
75 % ihres Körpers zur Stromerzeugung. So können
sie viel höhere Voltzahlen erreichen als die Rochen. Sie sind so auch viel
gefährlicher für den Menschen.
Der Riese dieser Gruppe, den über
3 m langen Zitteraal
(Electrophorus electricus) kann Stromschläge von
600 Volt
austeilen. In Gefangenschaft gehaltene Aale, die man an Kabeln geschlossen hatte,
brachten eine Glühbirne zum leuchten. Experten haben schon Entladungen von
über
550 Volt und knapp
2 Ampere gemessen, was in
etwa einer Leistung von
1 Kilowatt entspricht. Sie leben jedoch nur
im Süßwasser.
=> Hinweise auf entsprechende Lebewesen im Mittelmeer:
- Elektrische Aale leben nur im Süßwasser
- Augenfleck-Zitterrochen
- Dunkler-Zitterrochen
- Marmor-Zitterrochen
MURÄNEN, BARRAKUDAS UND DER GROßE ZACKENBARSCH
Es gibt in den Weltmeeren drei bekannte Knochenfische, die zu einer Gefahr
für Menschen werden können. Die Barrakudas, bestimmte Aalarten
(Muränen) und die großen Sägebarsche.
Barrakudas:
Sie sind weltweit in tropischen und subtropischen Meeren verbreitet. Eine Art
lebt auch im Mittelmeer.
Barrakudas werden bis zu stattlichen
2,5 m und haben einen
langgestreckten geschmeidigen Körper.
Ihr Gebiß ist bestückt mit nadelspitzen Zähnen, die es ihnen
ermöglichen, rasch zuzupacken und sich dann wieder zurückzuziehen. Die
Barrakudas sind sehr neugierige Fische. Trifft man sie in klarem Wasser an,
nähern sie sich oft bis auf wenige Meter. Man sieht Barrakudas sehr selten
kommen, weil sie durch ihr Aussehen von vorne unglaublich gut getarnt sind.
Unfälle, die man den Barrakudas zuschreibt fanden meist in trüben
Gewässern statt. Ausgelöst wurden sie durch glitzernde Gegenstände
wie Uhren oder Schmuck, die der Barrakuda mit einem kleinen Fisch verwechselte.
Barrakudas wiederholen ihre Angriffe nie. => Das zeigt, daß die Angriffe
versehentlich passieren bzw. aus Selbstschutz passieren.
Barrakudas orientieren sich nur mit ihren guten Augen. Ein Angriff in klarem
Wasser ist deshalb unwahrscheinlich.
Barrakudas schwimmen meist ruhig und gelassen an geschützten Stellen und
lauern auf Beute.
Wenn sie Beute wahrnehmen können sie blitzartig hervorstoßen. Man
spricht von Geschwindigkeiten von bis zu
100 Km/h.
Erwachsene Barrakudas sind stets Einzelgänger. Außer beim
Paarungsverhalten, wenn sie sich in kleineren Gruppen bewegen, jagen und leben
sie alleine.
-=> Sollte man einem Barrakuda begegnen, sollte man ihm möglichst aus dem
Weg schwimmen und ihm nicht viel Beachtung schenken. Dann verzieht er sich so
unauffällig wie er gekommen ist.
Von den
Aalen sind nur zwei wirklich gefährlich, der Meeraal und die
Muräne.
Der Meeraal erreicht eine Länge von
3 Metern und ein Gewicht
von etwa
60 Kg.
Er besitzt ein kräftiges Gebiß, greift aber nur an, wenn er provoziert
wird bzw. in die Enge getrieben wird.
Hat er dann einmal zugebissen, besteht die einzige Rettung darin, den Kopf
abzuschneiden und die Kiefer mit Gewalt aufzuzwängen.
Er ist im gesamten Mittelmeer, im schwarzen Meer, im Ostatlantik vom Senegal bis
Norwegen, in der Nordsee, in den Gewässern um die Kanaren und in den Azoren
beheimatet.
Er lebt auf Felsböden, seltener auf Sandböden und Schlammböden im
Flachwasser bis in große Tiefen bis über
1000 m. Der
Meeraal ist ein nachtaktiver Raubfisch. Er stellt Fischen, Krebsen und auch
Groß-Krebsen nach.
Eine Besonderheit ist die unglaublich große Anzahl an Eiern, die diese
Aalart legt. Es sind je nach Körpergröße zwischen 3 und 8
Millionen Eier. Meist sterben die Muttertiere nach dem Ableichen.
Die
Muränen:
Die meisten der 200 Arten sind sehr klein und werden deshalb von Schnorchlern
kaum gesehen.
Die größeren Arten werden zwischen
1 m und
2,3 m
lang.
Muränen sind vorwiegend nachts aktiv und leben tagsüber
zurückgezogen in Höhlen und Spalten.
Gelegentlich schaut ihr Kopf aus dem Versteck. Muränen sind meist einzeln
anzutreffen, kommen nur als Jungtiere in Gruppen vor. Muränen haben einen
hochentwickelten Geruchssinn, dafür sehen sie sehr schlecht.
Erfahrene Taucher wissen, daß Muränen sehr friedlich sind.
Wichtig: Beim Schnorcheln sollte man niemals in eine Höhle oder Spalte
greifen, sie könnte mit einer Muräne besetzt sein. Muränen sind
zwar gewöhnlich friedlich, zögern jedoch nicht zu beißen, wenn
sie sich angegriffen fühlen.
Der große Zackenbarsch ist beheimatet im Mittelmeer und im Ostatlantik.
Der große Zackenbarsch kann über
3 m lang und
550 Kg schwer werden. Er verschlingt seine Beute in einem ganzen
Stück. Der Zackenbarsch steht unter Verdacht, in der Südsee
Perlentaucher verschlungen zu haben.
Hinweise auf entsprechende Lebewesen im Mittelmeer:
- eine Art der Barrakudas lebt im Mittelmeer
- Muränen kommen im Mittelmeer sehr häufig vor. Besonders die Mittelmeermuräne, die Tiegermuräne und die braune Muräne
- Der große Zackenbarsch lebt auch im Mittelmeer, jedoch meist unterhalb von 5 Metern
GIFTIGE FISCHE
Die Familie der giftigen Fische umfaßt mehrere hundert Arten. Von einigen
ist das Gift so wirksam wie von einer Königskobra.
Der Rotfeuerfisch
Das wohl bekannteste Mitglied der giftigen Fische ist der Rotfeuerfisch.
Er ist sehr auffällig gefärbt und bewohnt den tropischen und
subtropischen Pazifik und das Rote Meer.
Sie gehören zur Familie der Skorpionsfische. Feuerfische halten sich
tagsüber vorwiegend im Schutz des Riffes auf. Erst in der Dämmerung
werden sie aktiv. Man trifft sie häufig an Wracks oder anderen
geschützten Stellen an. Sie leben vorwiegend in Tiefen bis
25 m,
selten tiefer. Sie besitzen 13 Giftstacheln in der 1. Rückenflosse, je ein
Giftstachel in den Bauchflossen und 3 Giftstacheln in der Afterflosse.
Das Petermännchen
Ein weiteres Mitglied der Familie der giftigen Fische ist das Petermännchen.
Das Petermännchen erreicht eine Länge von bis zu
40 cm. Er
hat einen langgestreckten, seitlich abgeflachten Körper. Auffällig ist
sein großer Kopf mit den hochliegenden Augen und die schräg nach oben
gerichtete Mundspalte. Auf dem Kiemendeckel befindet sich ein langer, nach hinten
gerichteter Dorn. Das Petermännchen hat 2 Rockenflossen. Auf erste ist kurz
und aus 5-7 giftigen Stachelstrahlen bestehend. Er hat eine grünliche bis
gelblich braune Farbe. Er lebt auf Sand- und Weichböden, vom Seichtwasser
bis über
100 m Tiefe. Er kommt im gesamten Mittelmeer vor, im
schwarzen Meer, im Ostatlantik von Marokko bis Norwegen, in der Nordsee und
Kattegat.
Weitere Arten, die gefährlich für den Menschen werden können, sind
die Teufelsfische, die Korallenwelse, die Steinfische, die Doktorfische, die
Kaninchenfische und die Argusfische. Von diesen Arten kommen allerdings nur das
Petermännchen, die Kaninchenfische und die Korallenwelse im Mittelmeer vor.
Die meisten giftigen Fische sind Lauerräuber, weil sie sehr langsame
Schwimmer sind. Die meiste Zeit warten sie , bis ihnen ein Beutetier nah genug
vor das Maul kommt. Durch das schnelle Öffnen des Mauls entsteht ein
Unterdruck, und so ein Sog, welcher das Beutetier aufsaugt. Die Opfer werden
meist in einem Stück verschlungen. Aufgrund ihrer Regungslosigkeit werden
sie von Tauchern und Schnorchlern selten gesehen, sind aber relativ häufig.
Symptome einer Giftinjektion:
Symptome für eine Giftinjektion sind lang anhaltende starke Schmerzen. Die
Einstichstelle wird rot und schwillt an. Teilweise ist mit Blutdruckabfall zu
rechnen. Teilweise ist das Gift so stark, daß der Betroffene um sich
schlägt oder ohnmächtig wird.
Folgen sind meist Kopfschmerzen, Übelkeit, Fieber, Schüttelfrost und
Krämpfe.
Erste Hilfe:
Patient beruhigen, Extremität ruhig stellen. Ein Arzt muß umgehend
verständigt werden.
Es darf keine Heißwasserbehandlung erfolgen, da das Gift im Gewebe nicht
mehr denaturiert werden kann.
Trockene Kompressen wirken meist schmerzlindernd.
Hinweise auf entsprechende Lebewesen im Mittelmeer:
- Petermännchen
- Kaninchenfische
- Korallenwelse
TINTENFISCHE UND KALMARE
Auf den ersten Blick scheinen diese Lebewesen nur aus Kopf und Füßen
bzw. Beinen zu bestehen.
Man bezeichnet sie dementsprechend auch als Kopffüßer. (Cephalopoda =
enthält die griechischen Wörter für Kopf und Fuß)
Die großen Merkmale dieser Tiere sind die große Zahl der Arme (acht
oder zehn), die scharfen, schnabelförmigen Grundwerkzeuge und die auffallend
menschenähnlichen Augen.
Diese Kopffüßer, existieren bereits seit über 400 Millionen Jahre
und zählen heute zu den verbreitetsten Meeresbewohnern. Sie erregen seit
Jahrhunderten die Phantasie der Dichter und Schriftsteller.
Die Größe der Tintenfische liegt zwischen wenigen Zentimetern und
2 Metern. Selten erreichen sie Längen von bis zu
10 Metern.
Wenn es um die Größe dieser Tiere geht, und die Geschichten, die sich
um sie ranken, verwechselt man sie häufig mit den Tiefseekalmaren, die man
wegen ihrer Größe für Riesenkraken hielt.
Die Riesenkraken gibt es zwar wirklich, aber sie haben nur eine Spannweite von
meist nicht länger als
2 Metern, selten erreichen sie
Spannweiten von
10 Metern. Die Krake ist in allen Weltmeeren zuhause.
Sie sind neugierig, weichen jedoch jedem Kontakt aus. Wird man jedoch einmal
umschlungen von ihren Fangarmen, kann man sich nach kurzer Zeit wieder befreien.
Das liegt daran, daß die Kopffüßer einen hohen Sauerstoffbedarf
haben und so in Streßsituationen schnell ermüden. Man kann dann die
Arme ohne großen Kraftaufwand abziehen. Auch der Biß aus der
schnabelartigen Mundöffnung ist keine wirkliche Gefahr für den Menschen.
Ein Biß ist zwar schmerzhaft, die Symptome verschwinden jedoch nach kurzer
Zeit. Taucher erforschten das Verhalten der Kraken und fanden heraus, daß
man sogar mit etwas Geduld und Gefühl ihr Vertrauen gewinnen kann. Dann
verlassen sie sogar ihre schützende Höhle und setzen sich auf den Arm
eines "Freundes".
Zwei Arten der Tintenfisch-Familie verfügen jedoch über ein
hochwirksames Gift.
Es sind der
Blauring Oktupus Hapalochlaena maculosa und der
Blauring
Oktupus H. lunulata.
Sie sind anhand der äußeren Merkmale kaum zu unterscheiden. Lediglich
die Verbreitung und die Größe der Ringe erlaubt eine Identifikation.
Der Blauring Oktupus H.m erreicht ausgestreckt etwa
12 cm, der H.L.
etwa
20 cm.
Sie besitzen, wie alle Kopffüßer, ein schnabelartiges Gebiß. Sie
verfügen über ein hochwirksames Gift, welches sie beim Zubeißen
injizieren (Maculotoxin). Dieses Gift wird in 2 Drüsen gebildet und in die
Mundhöhle geleitet. Es wirkt sehr schnell, weil es direkt mit dem Speichel
in den Kreis gelangt.
Sie beißen nie von sich aus an. Bei Erregung zeigen die Tiere Warnfarben,
es werden leuchtend blaue Ringe sichtbar. Normalerweise passen sie sich in Form
und Farbe perfekt an den Untergrund an. Deshalb werden sie von Tauchern nur sehr
selten gesehen.
Blauring-Oktupusse leben vorwiegend im küstennahen Flachwasser, selten
tiefer als
12 m. Ihr Lebensraum sind die Philippinen, Indonesien,
Papua-Neuguinea, Salomonen und Australien.
Symptome:
Der Biß ist meist schmerzlos. Nach kurzer Zeit erfolgt eine lokale
Rötung. Dann folgt Schwäche und ein prickelndes Gefühl im Gesicht.
Dann Übelkeit, Erbrechen, Lähmungserscheinungen und Atemlähmung.
Erste Hilfe:
Sofort aus dem Wasser gehen, Kompressionsverband anlegen, noch bevor die ersten
Symptome auftrete, Patient beruhigen. Stabile Seitenlage einnehmen, Notarzt
verständigen und gegebenenfalls bei Atemnot künstlich beatmen.
Die Kalmare
Kalmare sind scheue Tiere, denen man sich im Meer kaum nähern kann.
Die meisten Arten werden bis
25 cm lang, selten bis
50 cm.
Nur im Humboldstrom werden gelegentlich Exemplare von
3 m Länge
gesichtet. Die einzige Art, welche dem Menschen gefährlich werden
könnte, ist der Tiefsee-Kalmare. Sie erreichen gewaltige Ausmaße bis
20 Meter. Es soll Kalmare geben, die über
65 Meter
lang werden. Aber das ist nicht zu 100% bewiesen. Man geht von solchen Exemplaren
aus, weil gefangene Pottwale Saugnäpfe von über
35 cm
Durchmesser vorzeigten. Normal sind Saugnäpfe von 12-15cm bei einem Exemplar
von etwa
20 Metern. Diese Tiefsee-Kalmare leben, wie der Name schon
sagt, unterhalb von
1000 Metern Tiefe. Sie sind weltweit in allen
Meeren verbreitet. Ihr einziger Feind ist der Pottwal, mit dem sich der
Tiefsee-Kalmar heftige Kämpfe liefert.
Diese Tiere haben als Anpassung an die ewige Finsternis entweder keine oder sehr
große Augen.
Sie haben die größten Augen im ganzen Tierreich, sie erreichen einen
Durchmesser von
40 cm.
Sie ernähren sich hauptsächlich von Tiefseefischen. Ihre Waffen sind
nach innen gerichtete Zähne an den Saugnäpfen.
Hinweise auf entsprechende Arten im Mittelmeer:
-Kalmare und Tintenfische sind auch im Mittelmeer beheimatet.
Mit Ausnahme der giftigen Blauring-Oktupussen
WIRBELLOSE GIFTTIERE
Die Hohltiere oder Coelenterata, zu denen die Quallen, Korallenpolypen, Hydrozoen
und Blumentiere gehören, bilden eine Welt für sich im Lebensraum Meer.
Viele Hohltiere gleichen eher Pflanzen als Tieren und können es an
Farbenpracht mit den meisten exotischen Blüten aufnehmen.
Sie greifen nicht von sich aus an, sondern warten geduldig bis ihre Beute sich
ihnen unvorsichtigerweise nähert. Dann erst greifen sie zu.
Quallen:
Quallen sind Organismen, die im Wasser treiben mit einem gallertartigen, fast
durchsichtigen Körper.
Sie haben meist eine glockenförmige Form. Dieser Schirm zieht eine aus
langen Tentakeln bestehende Schleppe hinter sich her. Sie bewegen sich durch
pulsierende Kontraktion des Schirmes.
Ihre Tentakeln sind mit Nesseln besetzt, die man mit winzigen Injektionsspritzen
vergleichen kann. Quallen werden deshalb auch Nesseltiere genannt.
Sie kommen in allen Weltmeeren vor. Sie erreichen je nach Art Größen
zwischen
2 mm und
2 Metern.
Alle Quallen sind giftig.
Man sollte wegen der großen Reichweite ihrer Tentakeln einen großen
Bogen um sie machen.
Bei der Riesenqualle (
2 m) erreichen die Tentakeln eine Länge
von über
40 Metern.
Besonders gefährliche Arten sind: die Seewespe und die Portugiesische
Galeere.
Die
Seewespe ist von allen Gifttieren des Meeres das Gefährlichste. Ihr
Giftpotential ist größer als das aller Schlangen. Ihr Gift führt
zum Herzstillstand. Badende starben in den wenigen Minuten, die sie brauchten
sich ans Ufer zu schleppen. In Australien gilt sie als Geißel der
Badestrände. Man schätzt, daß bisher über 70 Menschen an den
Stichen der Seewespe gestorben sind.
Seewespen gehören nicht zu den echten Quallen, sondern zu den Hydrozoen. Sie
besitzt eine mit Gas gefüllte Schwimmblase, die auf Wasser schwimmt und vom
Wind wie ein Segelschiff vorangetrieben wird.
Die
Portugiesische Galeere kommt mehr in Tropischen und subtropischen
Meeren vor.
Die Portugiesische Galeere gehört zur Ordnung der Staatsquallen. Das sind
freilebende Polypenkolonien, die wie in einem Staat zusammenleben (daher der
Name). Sie sind zeitlebens miteinander verbunden. Unter den Individuen der
Kolonie herrscht eine getrennte Arbeitsteilung. Freßpolypen,
Geschlechtsglocken, Wehrpolypen, Deckblätter und Fangfäden kooperieren
wie die Organe der meisten Lebewesen. Einzeln sind sie nicht lebensfähig.
Beutetiere, die mit ihnen in Berührung kommen werden durch das starke Gift
betäubt oder getötet.
Sie besitzen ebenfalls einen großen Gasbehälter, der an der
Oberfläche treibt. Darunter hängen wurzelartige lange Tentakeln, die
beim Beutefang bis
30 Meter ausgestreckt werden können und mit
einer großen Zahl Nesselkapseln versehen sind. Diese haben eine sehr starke
Giftwirkung. Sie dienen zum Nahrungserwerb und zur Verteidigung.
Symptome:
Brennender Schmerz, striemen- oder kettenartige Hautrötung;
Schweißausbrüche; Meistens bilden sich Blasen.
=> Todesfälle sind bekannt, aber sehr selten!
Erste Hilfe:
Tentakelreste mit Meerwasser ausspülen; Nesselzellen müssen je nach Ort
regional behandelt werden.
Eine weitere wichtige Ordnung der Hohltiere sind die
Anemonen. Sie
gehören zur Klasse der Blumentiere. Sie haben einen schlauchförmigen
Körper, der am unteren Ende eine Haftscheibe besitzt. Sie haften sich an
festem Substrat oder graben sich ein. Die meisten Arten sind tagaktiv und breiten
zum Beutefang ihre Tentakeln scheibenförmig aus. Sie ernähren sich
hauptsächlich von Plankton, können aber auch Krebse und Fische erlegen.
Sie setzen sich auf dem Meeresboden oder auf Steinen fest und fangen ihre Beute
mit ihren giftigen Tentakeln.
Die meisten Seeanemonen sind nicht echt gefährlich für den Menschen,
nur für ihre Beute. Nur wenige Arten verursachen unangenehme Wunden. Sie
leben in allen Weltmeeren. Bei Berührung mit empfindlichen Stellen der Haut
treten Hautrötungen, Blasen und Quaddeln auf.
Berührungen mit der Hand spürt man im allgemeinen nicht, weil die
Nesselkapseln die Hornhaut der Haut nicht durchdringen kann. Man sollte sich
jedoch nach der Berührung immer die Hände waschen.
Ebenso unangenehm sind die
nesselnden Korallentierchen, winzige Polypen, die in
großen Kolonien zusammenleben. Wenn diese Korallenpolypen absterben, lassen
sie das bunte Kalkskelette zurück, aus dem sich die mächtigen
Korallenriffe bilden.
Neben den Hohltieren gehören noch die als Dornenkronen bezeichneten
Seesterne zu den wirbellosen "Gefahren" im Meer. Dies sind kleine stark
bestachelte Seeigel, besitzen die Fähigkeit ihre Pedizellarien in die Haut
ihres Opfers zu versenken und so ihr Gift zu verbreiten.
WIRBELLOSE GIFTTIERE II
Weitere Gefahren gehen von den Stachelhäutern aus. Es sind Seesterne,
Haarsterne, Schlangensterne, Seeigel und Seegurken. Fast alle Stachelhäuter
produzieren Giftstoffe, die mehr oder weniger stark auf den Menschen einwirken.
Sie dienen ausschließlich als Feindabwehr.
Seeigel:
Seeigel leben in tropischen bis kühlen Meeren. Sie haben meist spröde
Stachel, die in der haut meist abbrechen.
Seeigel sind vorwiegend nachtaktiv und ziehen sich bei Anbruch des Tages in ihre
Verstecke zurück. Bei Nachttauchgängen sollte man deshalb jeden
Bodenkontakt vermeiden. Auch Tagsüber sollte man sich immer vergewissern, wo
man hintritt.
Zur ersten Hilfe sollte man bei Verletzungen die dickeren Stacheln entfernen und
die Wunde desinfizieren. Ein Arzt sollte auf jeden Fall aufgesucht werden.
Seegurken:
Sie leben ebenfalls in tropischen bis kühlen Meeren. Sie sind sehr
träge, aber durchaus sehr wehrhaft, durch ein Gift - Holothurin -
geschützt, welches sich in den Cuvierschen Schläuchen konzentriert.
Bei einer Bedrohung werden die Schläuche samt Gift dem Angreifer
entgegegeschleudert. Die angreifenden Fische oder Krebse verwickeln sich in den
Schleuchen. Für Menschen ist das Gift nicht gefährlich, es verursacht
in seltenen Fällen eine Reizung der Haut.
Hinweise auf entsprechende Lebewesen im Mittelmeer:
- => sehr viele Nesseltiere (darunter auch für den Menschen gefährliche) leben im Mittelmeer
- => Viele Stachelhäuter (Schwarzer Seeigel ..) leben im Mittelmeer
- => Viele Arten der Seegurke leben im Mittelmeer (Weißspitze-Seegurke..)
Also
Vorsicht ist geboten!
SEESCHLANGEN
Seeschlange sind weit verbreitet, vom Arabischen Golf und Südafrika bis
Mittelamerika von Japan bis Tasmanien, im Roten Meer und Atlantik. Die
Seeschlange lebt auch in Süßwasserseen.
Jedoch
nicht im Mittelmeer. Ihre Länge liegt bei 0,5 bis
2 Metern.
Seeschlangen sind in ihrem natürlichen Lebensraum nicht aggressiv und setzen
ihren Gift-Biß selten zur Verteidigung ein.