Stachelhäuter gibt es schon seit 500 Millionen Jahren. Heute sind etwa 6000 Arten
bekannt.
-Körperform und Aufbau:
Stachelhäter gibt es in drei vorherrschenden Körperformen: Die Haar- bzw.
Federsterne, Schlangensterne und Seesterne sind sternförmig und haben meist
fünf mehr oder weniger stark ausgeprägte Arme. Die Seeigel haben eine
Kugelform, die Seewalzen sind walzenförmig. Der Name der Stachelhäuter kommt
durch Skelettelemente, die aus der Unterhaut (dermis) stachel-, stift- oder
plattenförmig herausragen oder mikroskopisch klein in der Körperwand
eingelagert sind. Das Skelettsystem befindet sich in der mitttleren von drei
Körperschichten (bestehend aus Bindegewebe) und besteht aus Kalzit (besondere
Form von Kalk). Dieses Kalzit-Skelett-System formt nicht nur den Körper, sondern
stützt ihn auch. Die äussere und die innere Schicht sind sehr dünn und
sind aus einer Lage von Zellen aufgebaut. Die äussere Schicht ("Haut")
überzieht die gesamte Oberfläche des Stachelhäuters. Die innere
Schicht ("Bauch") überzieht alle inneren Organe.
-Körpersymmetrie:
Stachelhäuter besitzen eine grundsätzlich radiale und meist
fünfstrahlige Körpersymmetrie, d.h. wenn man durch die
Hauptkörperachse, die meist von Mund zu After verläuft, einen Schnitt macht,
erhält man zwei symmetrische Hälften. Bei den meisten Stachelhäutern
sind fünft solcher Schnittebenen möglich, die eine symmetrische Teilung
zur Folge haben. Die symmetrische Form bezieht sich aber nicht nur auf die
äussere Form, sondern auch auf die Anordnung der inneren Organe.
-Ambulakralsystem:
Obwohl Stachelhäuter kein Herz, keine Niere und kein Gehirn haben, können sie
sich trotzdem eigenständig bewegen, Nahrung erfassen und Stoffwechselfunktionen
durchführen. Dies ist durch ein hydraulisches Wasserkanalsystem (oder auch
Ambulakralsystem) möglich.
Aufbau: Im Organsystem des Stachelhäuters befindet sich zentral ein
Ringkanal, der um den Verdauungskananl verläuft. Von diesem Ringkanal aus
erstrecken sich fünf Radiärkanäle in die Arme des Stachelhäuters.
Von diesen Radiärkanälen wiederrum zweigen paarweise viele kurze
Seitenkanäle ab, die am Ende schlauchförmige Füßchen und eine
Blase (Ampulle) haben. Durch Zusammenziehen der Blase wird Wasser in die
Füßchen gepumpt und diese strecken sich aus (und umgekehrt). Die
Bewegung der Füßchen wird durch den Ringkanal und über die
Radiärkanäle koordiniert. Am Ende der Füßchen befinden sich
Saugscheiben, mit denen sie sich, wenn nötig, festhalten können. Die
Verbindung zwischen dem Ambulakralsystem und dem umgebendem Wasser bilder die
Madreporenplatte. Sie ist über den Steinkanal mit dem Ringkanal verbunden.
-Nahrung und Nahrungsaufnahme:
Das Spektrum der Nahrungsaufnahme von Stachelhäutern ist sehr groß. Es
gibt unter den Stachelhäutern sowohl Alles- und Dauerfresser, als auch sich auf
Braunalgen spezialisierte "Langzeitfresser". Die Zähne der Stachelhäuter
sind oft in einem sehr kompliziert aufgebautem Kiefergerüst verankert, das durch
Muskelkontraktionen auf- und zugeklappt werden kann. Der Mund führt durch einen
langen Verdauungskanal, der an "Bändern" aufgehängt ist, direkt zum After
(bildet Hauptkörperachse).
-Vermehrung:
Stachelhäuter sind meist getrenntgeschlechtlich. Sowohl die Eier, als auch die
Spermien, werden einfach ins Wasser abgegeben. Die Larven sind zunächst
zweiseitig symmetrisch und wandeln sich erst beim Übergang zum Bodenleben in eine
radiärsymmetrische Form um. Bei manchen Arten trägt das Muttertier die
Eier/Jungen in einem "Brutbehälter" mit sich herum. Wenige Arten der
Stachelhäuter sind Zwitter. Allgemein hat man über die Paarung und
Vermehrung der Stachelhäuter bisher nur sehr wenig herausgefunden.
Abb. 1: Typischer Aufbau des Stachelhäuters am Beispiel des Seesterns:
Abb. 2: Typische Vertreter der 5 Klassen der Stachelhäuter

Quellen:
- Das Beste, "Bildatlas der Tierwelt"
- BLV, "Niedere Meerestiere"
- Tetra, "Korallenriffe der Welt"
- Fischer, "Kurzes Lehrbuch der Zoologie"
- Schülerduden, "Biologie"
- Gerstenberg, "Geheimnisvolle Tierwelt"
- Gerstenberg, "Strand- und Meeresküste"
- Andreas-Verlag, "Holles Tier-Enzyklopädie"