Marc-Raphael Stratmann

Stachelhäuter (Echinodermata)

Stachelhäuter gibt es schon seit 500 Millionen Jahren. Heute sind etwa 6000 Arten bekannt.

-Körperform und Aufbau:
Stachelhäter gibt es in drei vorherrschenden Körperformen: Die Haar- bzw. Federsterne, Schlangensterne und Seesterne sind sternförmig und haben meist fünf mehr oder weniger stark ausgeprägte Arme. Die Seeigel haben eine Kugelform, die Seewalzen sind walzenförmig. Der Name der Stachelhäuter kommt durch Skelettelemente, die aus der Unterhaut (dermis) stachel-, stift- oder plattenförmig herausragen oder mikroskopisch klein in der Körperwand eingelagert sind. Das Skelettsystem befindet sich in der mitttleren von drei Körperschichten (bestehend aus Bindegewebe) und besteht aus Kalzit (besondere Form von Kalk). Dieses Kalzit-Skelett-System formt nicht nur den Körper, sondern stützt ihn auch. Die äussere und die innere Schicht sind sehr dünn und sind aus einer Lage von Zellen aufgebaut. Die äussere Schicht ("Haut") überzieht die gesamte Oberfläche des Stachelhäuters. Die innere Schicht ("Bauch") überzieht alle inneren Organe.

-Körpersymmetrie:
Stachelhäuter besitzen eine grundsätzlich radiale und meist fünfstrahlige Körpersymmetrie, d.h. wenn man durch die Hauptkörperachse, die meist von Mund zu After verläuft, einen Schnitt macht, erhält man zwei symmetrische Hälften. Bei den meisten Stachelhäutern sind fünft solcher Schnittebenen möglich, die eine symmetrische Teilung zur Folge haben. Die symmetrische Form bezieht sich aber nicht nur auf die äussere Form, sondern auch auf die Anordnung der inneren Organe.

-Ambulakralsystem:
Obwohl Stachelhäuter kein Herz, keine Niere und kein Gehirn haben, können sie sich trotzdem eigenständig bewegen, Nahrung erfassen und Stoffwechselfunktionen durchführen. Dies ist durch ein hydraulisches Wasserkanalsystem (oder auch Ambulakralsystem) möglich.
Aufbau: Im Organsystem des Stachelhäuters befindet sich zentral ein Ringkanal, der um den Verdauungskananl verläuft. Von diesem Ringkanal aus erstrecken sich fünf Radiärkanäle in die Arme des Stachelhäuters. Von diesen Radiärkanälen wiederrum zweigen paarweise viele kurze Seitenkanäle ab, die am Ende schlauchförmige Füßchen und eine Blase (Ampulle) haben. Durch Zusammenziehen der Blase wird Wasser in die Füßchen gepumpt und diese strecken sich aus (und umgekehrt). Die Bewegung der Füßchen wird durch den Ringkanal und über die Radiärkanäle koordiniert. Am Ende der Füßchen befinden sich Saugscheiben, mit denen sie sich, wenn nötig, festhalten können. Die Verbindung zwischen dem Ambulakralsystem und dem umgebendem Wasser bilder die Madreporenplatte. Sie ist über den Steinkanal mit dem Ringkanal verbunden.

-Nahrung und Nahrungsaufnahme:
Das Spektrum der Nahrungsaufnahme von Stachelhäutern ist sehr groß. Es gibt unter den Stachelhäutern sowohl Alles- und Dauerfresser, als auch sich auf Braunalgen spezialisierte "Langzeitfresser". Die Zähne der Stachelhäuter sind oft in einem sehr kompliziert aufgebautem Kiefergerüst verankert, das durch Muskelkontraktionen auf- und zugeklappt werden kann. Der Mund führt durch einen langen Verdauungskanal, der an "Bändern" aufgehängt ist, direkt zum After (bildet Hauptkörperachse).

-Vermehrung:
Stachelhäuter sind meist getrenntgeschlechtlich. Sowohl die Eier, als auch die Spermien, werden einfach ins Wasser abgegeben. Die Larven sind zunächst zweiseitig symmetrisch und wandeln sich erst beim Übergang zum Bodenleben in eine radiärsymmetrische Form um. Bei manchen Arten trägt das Muttertier die Eier/Jungen in einem "Brutbehälter" mit sich herum. Wenige Arten der Stachelhäuter sind Zwitter. Allgemein hat man über die Paarung und Vermehrung der Stachelhäuter bisher nur sehr wenig herausgefunden.

Abb. 1: Typischer Aufbau des Stachelhäuters am Beispiel des Seesterns:


Abb. 2: Typische Vertreter der 5 Klassen der Stachelhäuter


Quellen:
- Das Beste, "Bildatlas der Tierwelt"
- BLV, "Niedere Meerestiere"
- Tetra, "Korallenriffe der Welt"
- Fischer, "Kurzes Lehrbuch der Zoologie"
- Schülerduden, "Biologie"
- Gerstenberg, "Geheimnisvolle Tierwelt"
- Gerstenberg, "Strand- und Meeresküste"
- Andreas-Verlag, "Holles Tier-Enzyklopädie"



Bezug zu Elba:
Seestern und Schlangenstern
Liste auf Elba heimischer Arten


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